Scalable Capital richtet sich mit seinem Broker-Angebot an Privatanlegerinnen und Privatanleger in Deutschland, die selbst in Wertpapiere investieren oder regelmäßig besparen möchten. Die veröffentlichten Informationen zeigen zwei Preisvarianten, ein breites Spektrum handelbarer Anlageklassen und eine Guthabenlösung mit variabler Verteilung. Ob das Depot individuell passt, hängt jedoch nicht allein von einer einzelnen Gebühr ab: Handelsrhythmus, Ordergröße, gewünschte Produkte und die Bereitschaft, Risiken zu tragen, gehören ebenso in den Vergleich.
Scalable Capital im Überblick
Der Scalable Broker bündelt Depot, Einmalanlagen und Sparpläne in einem Online-Angebot. Laut Anbieter lassen sich unter anderem Aktien, Fonds, Derivate, ETFs, Crypto-ETPs, Anleihen, Rohstoffe und Private Equity handeln beziehungsweise besparen. Bei manchen Kategorien gelten dabei unterschiedliche Produkt- und Risikoeigenschaften: Ein ETF-Sparplan verfolgt zum Beispiel einen anderen Zweck als ein Derivate-Trade oder eine Anlage in einen ELTIF für Private Markets.
Das Angebot kann daher für Menschen prüfenswert sein, die eine digitale Oberfläche für verschiedene Anlagebausteine suchen und ihre Auswahl selbst treffen möchten. Es ersetzt aber keine persönliche Anlageberatung. Wer ein Depot vergleicht, sollte vor allem prüfen, welche Produkte tatsächlich benötigt werden, ob die vorgesehenen Handelsplätze zum eigenen Vorgehen passen und welche aktuellen Konditionen für die bevorzugte Nutzung gelten.
Aktuelle Konditionen prüfen
Kostenmodelle und Ordergebühren verstehen
Scalable veröffentlicht zwei Modelle: FREE kostet laut Gebührenübersicht 0,00 € pro Monat, PRIME+ 4,99 € pro Monat. Im FREE-Modell wird für viele Trades ab 250 € bis einschließlich 31. August 2026 eine Ordergebühr von 0,99 € ausgewiesen; bei PRIME+ sind solche Trades auf European Investor Exchange und gettex nach der veröffentlichten Tabelle mit 0 € aufgeführt. Für Trades ab 0 € nennt die Tabelle in beiden Modellen 0,99 €.
Wichtig ist der angekündigte Stichtag: Ab 1. September 2026 weist die veröffentlichte Übersicht für Xetra und gettex bei PRIME ETFs sowie für sonstige Trades jeweils 1,99 € aus – sowohl für FREE als auch für PRIME+. Wer sein Modell anhand einer Handelsflatrate beurteilt, sollte deshalb nicht nur die heutige Monatsgebühr, sondern auch den vorgesehenen Handelsplatz und den Zeitraum der Konditionen vergleichen.
Sparpläne sind laut Übersicht in beiden Modellen ab 1 € Sparrate mit 0 € Sparplangebühr angegeben. Diese Angabe bedeutet nicht, dass jede Anlage kostenfrei ist: Der Anbieter weist zusätzlich auf mögliche Produktkosten, Spreads, Crypto-Gebühren und/oder Zuwendungen hin. Bei Crypto-ETPs nennt die Tabelle einen Spread-Aufschlag von 0,99 % im FREE-Modell und 0,69 % bei PRIME+.
Für die Entscheidung hilft eine einfache Rechnung mit dem eigenen Verhalten. Wer selten kauft, sollte Monatsgebühr und einzelne Orderkosten gegenüberstellen. Wer regelmäßig größere Orders plant, muss prüfen, ob die jeweiligen Schwellen, Handelsplätze und der Gültigkeitszeitraum der veröffentlichten Preislogik zum eigenen Muster passen. Auch Fonds, Börsenplätze oder besondere Orderarten können Kosten auslösen, die in einer vereinfachten Modellrechnung fehlen.
Handelsangebot, Sparpläne und Guthaben
Die Produktbreite ist ein prägendes Merkmal des Angebots. Scalable nennt mehr als 8.000 handelbare Aktien, davon 4.500 sparplanfähig ab 1 €, mehr als 3.800 Fonds ohne Ausgabeaufschlag sowie mehr als 2.700 ETFs. Hinzu kommen Derivate, Crypto-ETPs, verschiedene Währungspaare, Anleihen, Rohstoffe und Edelmetalle sowie Private Equity über ELTIFs. Die Verfügbarkeit einzelner Instrumente ist dennoch kein Qualitätsurteil und keine Eignungsempfehlung: Gerade komplexe oder weniger liquide Produkte verlangen ein gutes Verständnis der jeweiligen Bedingungen.
Für langfristige Routinen können Sparpläne auf ETFs, Aktien, Crypto und Fonds ab 1 € interessant sein. Entscheidend ist dabei nicht nur die fehlende Sparplangebühr in der Preistabelle, sondern auch die Auswahl der konkreten Wertpapiere, deren laufende Kosten, mögliche Spreads und das Risiko. Ein Sparplan legt lediglich einen Ausführungsrhythmus und eine Sparrate fest; Wertentwicklung, Kursbewegungen und der Wert des eingesetzten Kapitals richten sich weiterhin nach dem jeweiligen Produkt und Marktumfeld.
Für den Vergleich mit einem anderen Depot lohnt sich deshalb ein Blick über die bloße Zahl der verfügbaren Titel hinaus. Bei Aktien und ETFs können Handelsplatz, Handelszeit und die konkrete Orderart relevant sein. Bei Fonds ist zu unterscheiden, ob der fehlende Ausgabeaufschlag sämtliche fortlaufenden Fondskosten ersetzt; die Preisübersicht weist ausdrücklich darauf hin, dass Produktkosten anfallen können. Bei Crypto-ETPs nennt die Übersicht zusätzlich einen Spread-Aufschlag, der sich nach dem gewählten Modell unterscheidet. Derivate, Rohstoffe, Anleihen und Private Equity folgen jeweils eigenen Produktbedingungen. Die Kundendokumente heben für Derivate und Kryptowährungen hohe Risiken sowie für Private Equity Liquiditätsbeschränkungen hervor.
Auch die Sparplanfunktion sollte mit dem tatsächlichen Anlagevorhaben abgeglichen werden. Die veröffentlichte Sparplangebühr von 0 € betrifft den Sparplan selbst. Sie beantwortet nicht, welche Kosten im gewählten Wertpapier stecken, zu welchem Preis die Ausführung erfolgt oder ob das Produkt für die eigene Planung verständlich ist. Bei mehreren geplanten Sparplänen kann es sinnvoll sein, die Wertpapiere, Sparraten und Ausführungstermine zunächst in einer eigenen Übersicht festzuhalten. So bleiben Produktart, laufende Kosten und gewünschte Gewichtung nachvollziehbar, bevor ein Auftrag eingerichtet wird.
Beim Guthaben nennt Scalable 2,50 % Zinsen p.a. auf unbegrenztes Tagesgeld; die Zins- und Verteilungsbedingungen beschreibt der Anbieter ausdrücklich als variabel. In den Kundendokumenten steht für PRIME+ eine Verteilung auf bis zu fünf Banken mit jeweils bis zu 100.000 € gesetzlicher Einlagensicherung sowie mögliche zusätzliche freiwillige Sicherung einzelner Banken. Ohne PRIME+ kann Guthaben laut Dokumenten auf Banken mit 100.000 € gesetzlicher Einlagensicherung pro Bank oder auf qualifizierte Geldmarktfonds mit OGAW-Schutzstandards verteilt werden; auch eine alleinige Verwahrart ist möglich.
Diese Konstruktion sollte vor einer Einzahlung nachvollzogen werden. Relevant sind insbesondere die dann aktuelle Verteilung, die beteiligten Institute oder Fonds, die geltenden Sicherungssysteme und die Unterschiede zwischen Bankguthaben und einem Geldmarktfonds. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Entscheidung veröffentlichten Kundendokumente und Preisangaben, weil der Anbieter Zinsen und Verteilung unter anderem von Marktzinsen, Kapazitäten und Konditionen abhängig beschreibt. Wer Guthaben und Wertpapieranlagen zusammen betrachtet, kann beide Bereiche getrennt dokumentieren: Betrag und Verwahrart beim Guthaben einerseits, Produktart und Kosten beim Wertpapier andererseits. Das erleichtert einen sachlichen Vergleich der veröffentlichten Bedingungen.
Grenzen, Risiken und Punkte zum Nachprüfen
Niedrige oder pauschal wirkende Orderpreise erfassen nicht alle wirtschaftlich relevanten Kosten. Die veröffentlichte Gebührenübersicht nennt zusätzlich mögliche Produktkosten, Spreads, Crypto-Gebühren und/oder Zuwendungen. Spreads können sich mit Markt- und Handelsbedingungen verändern; bei Fonds oder börsengehandelten Produkten können außerdem Kosten des jeweiligen Produkts anfallen. Deshalb sollte ein Vergleich nicht nur auf den sichtbaren Preis pro Order reduziert werden.
Auch die Anlageklassen unterscheiden sich deutlich beim Risiko. Scalable weist darauf hin, dass Kapitalanlagen Risiken bergen, Derivate und Kryptowährungen hohe Risiken haben und Private Equity Liquiditätsbeschränkungen unterliegt. Der Wert einer Anlage kann schwanken, Verluste sind möglich und frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die Zukunft. Wer mit Fremdkapital investieren möchte, sollte besonders vorsichtig sein: Das dokumentierte Kreditangebot arbeitet mit variablen Sollzinsen, und kreditfinanzierte Kapitalanlagen erhöhen das Verlustrisiko.
Bei Guthaben sollte die gesetzliche Einlagensicherung nicht mit einer pauschalen Absicherung des gesamten Depotwerts verwechselt werden. Welche Verwahrart verwendet wird, wie Guthaben verteilt ist und welcher Schutz greift, hängt nach den veröffentlichten Angaben von Modell, Kapazitäten und Konditionen ab. Wertpapiere, Bankguthaben und Anteile an Geldmarktfonds sind daher getrennt zu betrachten.
Vor einer Eröffnung lohnt ein Blick in die aktuelle Gebührenübersicht, die Kundendokumente und die spezifischen Produktinformationen. Dort lassen sich Stichtage, Handelsplätze, Spreads, Sicherungsinformationen und Einschränkungen genauer prüfen als in einer allgemeinen Broker-Zusammenfassung.
So prüfen Sie, ob das Depot zu Ihnen passt
KI-generierte allgemeine redaktionelle Illustration — kein Produktfoto des Händlers; sie zeigt nicht das bewertete Produkt oder die bewertete Dienstleistung.
Beginnen Sie mit Ihrem tatsächlichen Nutzungsprofil. Planen Sie vor allem ETF- oder Aktiensparpläne, gelegentliche Einzelorders oder regelmäßiges aktives Trading? Notieren Sie typische Ordergrößen und prüfen Sie diese gegen die aktuelle Preistabelle. So lässt sich besser einschätzen, ob eine Monatsgebühr, eine Einzelordergebühr oder eine Kombination aus beidem im eigenen Fall relevant sein könnte.
Im zweiten Schritt folgt die Produktseite: Welche Anlageklassen möchten Sie wirklich einsetzen, und verstehen Sie deren Funktionsweise? Für einen langfristigen ETF-Sparplan gelten andere Auswahlkriterien als für Derivate, Crypto-ETPs oder Private Equity. Prüfen Sie nicht nur, ob ein Produkt verfügbar ist, sondern auch dessen Kosten, Risiko, Handelbarkeit und die dazugehörigen Informationsunterlagen.
Drittens sollte die Guthabenlösung separat geprüft werden. Lesen Sie, wie Geld aktuell verwahrt und verteilt wird, welche Banken oder Geldmarktfonds beteiligt sein können und welche Sicherungs- oder Schutzmechanismen jeweils beschrieben werden. Die genannten Zinsen und die Verteilung sind laut Anbieter variabel; sie sollten daher unmittelbar vor der Kontoeröffnung noch einmal abgeglichen werden.
Zum Schluss gehört ein realistischer Risikocheck dazu: Können Sie Kursverluste, eingeschränkte Liquidität oder zusätzliche Kosten aushalten? Wenn diese Frage offen bleibt, ist es sinnvoll, die Entscheidung zu vertagen und zunächst die Risikohinweise sowie Produktinformationen zu lesen. Das Ziel eines Depotvergleichs ist nicht, das günstigste Etikett zu finden, sondern ein Angebot zu wählen, dessen Bedingungen und Risiken Sie nachvollziehen können.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Trade bei Scalable Capital?
Nach der veröffentlichten Übersicht kosten Trades ab 250 € auf European Investor Exchange und gettex bis einschließlich 31. August 2026 im FREE-Modell 0,99 € und bei PRIME+ 0 €. Für Trades ab 0 € nennt die Tabelle in beiden Modellen 0,99 €. Ab 1. September 2026 sind für Xetra und gettex bei PRIME ETFs und sonstigen Trades jeweils 1,99 € ausgewiesen. Zusätzlich können etwa Spreads, Produktkosten oder Crypto-Gebühren anfallen.
Sind ETF-Sparpläne bei Scalable Capital kostenlos?
Die Gebührenübersicht weist für Sparpläne ab 1 € Sparrate in FREE und PRIME+ 0 € Sparplangebühr aus. Das bezieht sich auf die Sparplangebühr selbst. Für die ausgewählten Produkte können weiterhin Kosten oder Spreads relevant sein; diese sollten in den jeweiligen Produktunterlagen geprüft werden.
Welche Anlageklassen lassen sich über Scalable Capital handeln?
Der Anbieter nennt Aktien, Fonds, Derivate, ETFs, Crypto-ETPs, Foreign Exchange, Anleihen, Rohstoffe und Private Equity. Für Sparpläne werden ETFs, Aktien, Crypto und Fonds genannt. Verfügbarkeit und konkrete Auswahl können sich ändern; vor einer Entscheidung zählt deshalb die aktuelle Produkt- und Handelsplatzinformation.
Wie wird Guthaben bei Scalable Capital verwahrt?
Die veröffentlichte Dokumentation beschreibt je nach Modell eine Verteilung auf Scalable, Partnerbanken und teilweise qualifizierte Geldmarktfonds. Bei PRIME+ kann Guthaben auf bis zu fünf Banken verteilt werden; ohne PRIME+ sind Banken oder qualifizierte Geldmarktfonds als Verwahrarten genannt. Zinsen, Verteilung und Kapazitäten sind variabel. Prüfen Sie daher die aktuellen Kundendokumente und die Informationen zur jeweiligen Verwahrart vor einer Einzahlung.
Quellen
Weiterlesen
- Beste Online-Broker in Deutschland: belegter Vergleich von Kosten, Handelsplätzen und Service
- Trade Republic vs Scalable Capital: Kosten, Handelsplätze und Funktionen im Vergleich
- Trade Republic Test: Stärken, Grenzen und geeignete Alternativen
- Online-Broker auswählen: Gebühren, Handelsplätze, Sparpläne und Service systematisch prüfen
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