Trade Republic und Scalable Capital sprechen beide Anlegerinnen und Anleger an, die ihr Depot online führen möchten. Für die Wahl zählen jedoch mehr Faktoren als eine einzelne beworbene Ordergebühr: die typische Ordergröße, die Häufigkeit von Käufen, ein ETF-Sparplan, gewünschte Handelsplätze und die Bereitschaft für ein Monatsmodell. Dieser Vergleich ordnet die dokumentierten Konditionen ein und zeigt, welche Punkte Du vor der Depoteröffnung selbst prüfen solltest.

Kriterium Trade Republic Scalable
Aktuelle Kosten und Bedingungen Beim Anbieter prüfen Beim Anbieter prüfen
Produktumfang und Nutzung Für den eigenen Bedarf prüfen Für den eigenen Bedarf prüfen
Grenzen und Service Aktuelle Angaben vergleichen Aktuelle Angaben vergleichen

Fazit: Trade Republic oder Scalable Capital?

Eine pauschal beste Wahl gibt es nicht. Trade Republic kann gut zu einem Profil passen, das eine sehr einfache Gebührenlogik für einzelne Wertpapiertransaktionen bevorzugt: Laut Trade Republic fällt je Transaktion eine Fremdkostenpauschale von einem Euro an; zusätzliche Produktkosten können dennoch im Wertpapierpreis stecken.

Scalable Capital bietet dagegen zwei dokumentierte Preiswege. FREE hat keine feste Monatszahlung, PRIME+ kostet monatlich 4,99 Euro und enthält unter den jeweils genannten Bedingungen eine Trading-Flatrate. Das kann für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die wiederkehrend größere Einzelorders planen und die Bedingungen des Modells erfüllen. Bei gelegentlichen kleineren Käufen kann ein kostenpflichtiges Monatsmodell dagegen weniger passend sein.

Vergleiche deshalb nicht nur Grund- und Ordergebühren. Prüfe auch, ob Dein gewünschtes Wertpapier verfügbar ist, welcher Handelsplatz für Dich infrage kommt, welche Sparplanbedingungen gelten und welche Produktkosten der gewählte ETF hat. Für den Einstieg hilft ein Brokervergleich für Anfänger, die Entscheidung auf die eigene Nutzung herunterzubrechen.

Was wird in diesem Vergleich bewertet?

Ein fairer Brokervergleich betrachtet Kosten und Funktionen gemeinsam. Dazu gehören Depot- und Ordergebühren, mögliche Monatskosten, die Anzahl und Art der Handelsplätze, die Auswahl für ETF-Sparpläne, Steuerinformationen sowie Zinsen auf zugehörigen Konten. Auch unabhängige Vergleichsmethoden arbeiten mit solchen Kriterien und können Preis, Leistung oder ein Mischverhältnis unterschiedlich gewichten.

Wichtig ist die Trennung der Kostenarten: Eine Brokergebühr ist nicht automatisch der gesamte wirtschaftliche Aufwand eines Kaufs. Bei ETFs können laufende Produktkosten anfallen; außerdem können Spreads eine Rolle spielen. Je nach Handelsplatz oder Wertpapier können weitere Kosten oder Bedingungen relevant sein. Die Bezeichnung „kostenlos“ sollte daher immer auf den konkreten Vorgang und die jeweiligen Konditionen bezogen werden.

Für eine nachvollziehbare Einordnung lohnt sich ein Blick auf Kriterien für den Depotvergleich und darauf, wie sich ETF-Kosten verstehen lassen. So vergleichst Du nicht nur einen Tarifnamen, sondern die Kosten und Funktionen, die für Dein Depot tatsächlich wichtig sind.

Kosten im Vergleich: Orders, Depot und Sparpläne

Redaktionelle Illustration zu Trade Republic vs. Scalable Capital: Kosten, Handelsplätze und Funktionen im Vergleich Bei Scalable Capital ist die Preislogik nach Modell, Ordergröße und Zeitpunkt der Kondition zu lesen. FREE kostet laut Gebührenübersicht 0 Euro pro Monat, PRIME+ 4,99 Euro pro Monat. Für Sparpläne ab einem Euro Sparrate nennt Scalable in beiden Modellen 0 Euro Sparplangebühr. Dabei weist der Anbieter ausdrücklich darauf hin, dass etwa Produktkosten, Spreads, Krypto-Gebühren oder Zuwendungen zusätzlich relevant sein können.

Für Käufe über die European Investor Exchange und gettex nennt Scalable bis zum 31. August 2026 bei FREE 0,99 Euro pro Trade ab 250 Euro; darunter werden 0,99 Euro ausgewiesen. PRIME+ weist für Trades ab 250 Euro in diesem Bereich 0 Euro aus, während für Trades ab 0 Euro 0,99 Euro genannt werden. Für ausgewählte PRIME ETFs ab 250 Euro nennt die Übersicht unter diesen Bedingungen 0 Euro. Ab dem 1. September 2026 zeigt die veröffentlichte Tabelle für Xetra und gettex 1,99 Euro pro Trade beziehungsweise für PRIME ETFs 1,99 Euro – in beiden Modellen. Diese Datumsgrenze ist für einen langfristigen Kostenvergleich besonders wichtig.

Trade Republic erklärt, keine Orderprovision für den Wertpapierhandel zu berechnen und pro einzelner Transaktion eine Fremdkostenpauschale von einem Euro zu verlangen. Das ist eine klare Ausgangsgröße für Einzelorders. Sie ersetzt aber nicht die Prüfung der Kosten des gekauften Produkts: Bei ETFs nennt Trade Republic laufende Produktkosten, die im Produktpreis enthalten sind.

Für einen realistischen Vergleich kannst Du eine typische Ordergröße und die erwartete Zahl der Käufe pro Monat notieren. Ergänze dazu die Sparrate und den gewünschten ETF. Der Ratgeber zu ETF-Sparplan-Kosten und ein Vergleich von Ordergebühren helfen, die einzelnen Bausteine zusammenzuführen.

Stärken von Trade Republic und Scalable Capital

Die dokumentierte Stärke von Trade Republic liegt in der einfachen Kommunikation der Transaktionspauschale: ein Euro Fremdkostenpauschale pro einzelner Wertpapiertransaktion, ohne Orderprovision. Zusätzlich stellt der Anbieter zu Aufträgen Kostenberichte bereit. Das kann dabei helfen, die Angaben eines konkreten Wertpapierauftrags vor dem Kauf nachvollzuziehen.

Scalable Capital bietet mehr als ein Gebührenmodell. FREE ist als Modell ohne feste Monatszahlung ausgewiesen; PRIME+ verbindet eine monatliche Zahlung mit einer Trading-Flatrate unter den veröffentlichten Bedingungen. Beide Modelle nennen 0 Euro Depotgebühr und 0 Euro Sparplangebühr ab einem Euro Sparrate. Für Tagesgeld weist Scalable in der Gebührenübersicht 2,50 Prozent p.a. auf unbegrenztes Guthaben aus; auch solche Angaben sollten vor einer Entscheidung auf ihre aktuelle Gültigkeit geprüft werden.

Welche dieser Eigenschaften ein Vorteil ist, hängt vom Nutzungsfall ab. Wer nur wenige Einzelorders plant, bewertet eine Monatsgebühr anders als jemand mit regelmäßigem Handelsbedarf. Wer vor allem langfristig investiert, sollte neben der Sparplangebühr auch ETF-Auswahl, Produktkosten und die gewünschten Funktionen vergleichen. Eine Übersicht zu ETF-Sparplan-Anbietern und Online-Broker-Funktionen schafft dafür zusätzlichen Kontext.

Grenzen und Punkte zur Prüfung

Niedrige sichtbare Gebühren bedeuten nicht zwingend niedrige Gesamtkosten. Trade Republic weist darauf hin, dass ETFs laufende Produktkosten haben können. Scalable nennt ebenfalls mögliche Produktkosten und Spreads neben den ausgewiesenen Gebühren. Bei einem langfristigen ETF-Sparplan können diese laufenden Faktoren wichtiger werden als eine einzelne Ausführungsgebühr.

Bei Scalable sind zudem Zeitpunkt und Bedingungen entscheidend. Die Gebührenübersicht unterscheidet zwischen Konditionen bis zum 31. August 2026 und Angaben ab dem 1. September 2026. Sie unterscheidet außerdem Handelsplätze, Mindestbeträge und die Modelle FREE und PRIME+. Rechne daher nicht mit einer Gebühr weiter, ohne das Datum, den Handelsplatz und die Orderhöhe zu kontrollieren.

Nicht aus einer pauschalen Gebühr ableiten lässt sich, ob ein Angebot jede persönliche Anforderung erfüllt. Prüfe vor der Kontoeröffnung die Verfügbarkeit Deiner Wertpapiere, die für Dich relevanten Handelsmöglichkeiten, die aktuelle Preis- und Leistungsübersicht sowie die Angaben zu Steuerinformationen. Wer die Kostenwirkung nachvollziehen möchte, sollte außerdem verstehen, was ein Spread beim Wertpapierhandel ist und wie sich die ETF-TER auswirkt.

So vergleichst Du die Angebote für Deinen Bedarf

KI-generierte allgemeine redaktionelle Illustration — kein Produktfoto des Händlers; sie zeigt nicht das bewertete Produkt oder die bewertete Dienstleistung.

Macht das Auswahlverfahren schnell erfassbar, ohne eine pauschale Produktempfehlung vorwegzunehmen Beginne mit Deinem konkreten Nutzungsprofil. Bei gelegentlichen Einzelorders sind die Kosten einer typischen Orderhöhe und die geltenden Handelsbedingungen ein guter erster Prüfpunkt. Bei regelmäßigem ETF-Sparen schaust Du zusätzlich auf die Sparplanbedingungen, die Auswahl des gewünschten ETFs und dessen laufende Produktkosten. Wenn Du häufig handeln möchtest, prüfst Du, ob ein Monatsmodell nach den aktuellen Bedingungen tatsächlich zu Anzahl und Größe Deiner Orders passt.

Danach vergleichst Du die Konditionen systematisch: Depotgebühr, Ordergebühr, Handelsplätze, Wertpapier- und ETF-Verfügbarkeit, Sparplanfunktion, Steuerinformationen und Zinsen auf zugehörigem Guthaben. Diese Kategorien entsprechen auch den Faktoren, die unabhängige Depotvergleiche bei ihrem Scoring heranziehen. Das Ergebnis eines Vergleichs ist dennoch kein Ersatz für die Prüfung des konkreten Angebots.

Öffne vor der Entscheidung die aktuellen offiziellen Preislisten beider Anbieter und kontrolliere das gewünschte Wertpapier direkt im jeweiligen Angebot. Prüfe insbesondere, ob die genannten Gebühren noch gelten, ob Deine Orderhöhe eine Schwelle erreicht und ob der gewünschte ETF als Sparplan verfügbar ist. Eine Checkliste zur Depoteröffnung und Grundlagen zum Wertpapierhandel helfen, nichts Wesentliches zu übersehen.

Alternativen zu Trade Republic und Scalable Capital

Ein Vergleich weiterer Depots ist sinnvoll, wenn Du besondere Anforderungen an Handelsplätze, ETF-Auswahl, Sparplanfunktionen, Steuerunterlagen oder die Kontoführung hast. Unabhängige Vergleiche wählen Anbieter nach eigenen Kriterien aus und erheben nicht zwingend Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Deshalb kann eine in einem Ranking nicht genannte Alternative für Dein Profil trotzdem prüfenswert sein.

Vergleiche etwa Neobroker, Direktbanken und andere online eröffnbare Depots als Kategorien. Bei jedem Kandidaten solltest Du dieselben Fragen stellen: Ist die Depotführung unter den relevanten Bedingungen kostenlos? Ist die gewünschte Wertpapierart verfügbar? Unterstützt das Angebot die benötigten Handelsplätze und Sparplanfunktionen? Wie werden Steuerinformationen bereitgestellt?

Ein Vergleich der besten Online-Broker oder ein Direktbank-Depot-Vergleich erweitert die Vorauswahl. Die endgültige Entscheidung sollte aber auf den aktuellen offiziellen Konditionen und Deinem persönlichen Anlage- und Handelsbedarf beruhen.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Ein-Euro-Gebühr bei Trade Republic wirklich der gesamte Preis eines ETF-Kaufs?

Nein. Trade Republic nennt zwar eine Fremdkostenpauschale von einem Euro pro einzelner Transaktion und keine Orderprovision. Bei ETFs können jedoch laufende Produktkosten anfallen, die laut Anbieter im Produktpreis enthalten sind. Prüfe deshalb den Kostenbericht des konkreten Auftrags und die laufenden Kosten des ETFs.

Für wen kann sich Scalable PRIME+ gegenüber FREE lohnen?

PRIME+ kann für ein Profil mit regelmäßigeren größeren Orders relevant sein, weil die veröffentlichte Übersicht unter bestimmten Bedingungen eine Trading-Flatrate nennt. Dem steht die monatliche Gebühr von 4,99 Euro gegenüber. Ob sich das rechnet, hängt von Orderzahl, Orderhöhe, Handelsplatz und den aktuell geltenden Bedingungen ab.

Sind ETF-Sparpläne bei beiden Brokern vollständig kostenfrei?

Scalable weist für Sparpläne ab einem Euro Sparrate 0 Euro Sparplangebühr aus. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein ETF insgesamt ohne Kosten ist: Produktkosten und gegebenenfalls Spreads bleiben zu beachten. Für Trade Republic solltest Du die aktuellen Bedingungen des gewünschten Sparplans direkt beim Anbieter kontrollieren; die vorliegenden Angaben belegen vor allem die ETF-Produktkosten, nicht eine allgemeine Sparplangebühr.

Was sollte ich vor der Depoteröffnung aktuell prüfen?

Prüfe die aktuelle offizielle Preisliste, die Konditionen für Deine typische Ordergröße, den gewünschten Handelsplatz, die Verfügbarkeit des Wertpapiers oder ETF-Sparplans sowie laufende Produktkosten. Vergleiche außerdem Steuerinformationen und die Funktionen, die Du wirklich nutzen möchtest.

Quellen

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